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Bericht Jahreskonzert 2020

Andreas Just als famoser Solist an der Tuba mit erstaunlicher Virtuosität

Länder und Musikstile im Konzert wohlklingend vereint

Den vielen Zuhörer in der gut besetzten Binsenberghalle haben das Vororchester der Gesamtgemeinde Ertingen und der gastgebende Musikverein Binzwangen ein vielfarbiges instrumental vielseitiges Konzert geboten. Umjubelte Soli und klangvolle Passagen im Tutti wurden mit viel Beifall honoriert. Der erste Applaus hingegen galt den Nachwuchsmusikern.

Im Beisein von Vertretern von Landespolitik und Blasmusikverband, von Kirche und Ortschaft stellte Hannah Renz das gut besetzte Vororchester der Gesamtgemeinde Ertingen vor. Mit klar ausgerichteten Klangfolgen der Trompeten, Flöten und Klarinetten, gestützt von einem zuverlässig agierenden Schlagzeug, stellte das Nachwuchsensemble zunächst „To the Summit !“ vor. Auch bei steilen Anstiegen und reizvollen Ausblicken ins Tal wurde der Klang bis zum schmissigen Schlussakkord gut durchgehalten.
Auch „Final Countdown“ von Joey Tempest, aus Schweden kommend, beginnt mit einem Wechsel zwischen sauber ausgerichteter Melodik der Blechbläser und rhythmisch tollen Aspekten. Das konsequente Durchhalten der Jungmusikanten begeisterte auch hier aufs Neue. Keine Frage, dass der herzliche Applaus mit einer Zugabe beantwortet wurde.
Kurt Gäble, so die Moderatorin Johanna Wahl, sei bekannt für Märsche und Polkas. Seine „Symphony of hope“ sei sein erstes rein konzertantes Werk. Vom agil agierenden Xylophon bis zu melodisch weichen Klängen der Bläser setzt der Komponist die Freude der Hoffnung in ganz verschiedene Tonfolgen um. Angenehm einschmeichelnde Passagen, von Musikdirektor Hubert Vogel feinsinnig modelliert, wechseln mit rhythmisch klar ausgearbeiteten Sequenzen zu einem vielfarbig optimistisch leuchtenden Gesamtklangbild. Ein wirkungsvoller Konzertauftakt!
Mit einem ausgedehnten Spiel von Wind und Wellen beginnt Markus Götz seine Eindrücke aus „Cabo Verde“. Aufkommende Stürme, ausdrucksvoll instrumentiert, wechseln mit Episoden, die viel Ruhe ausstrahlen. Durch die Klänge des Solisten Wolfgang Störkle am Akkordeon bekommen solche Sequenzen im Sektor der Blasmusik ungewohnte, doch recht reizvolle Aspekte. Insgesamt ein heiter gestimmter Besuch voll musikalischer Glücksgefühle auf dem fernen Eiland.
In instrumental und klanglich ganz andere Regionen führte die „English Folk Song Suite“. In deutlicher Anlehnung an die Tradition englischer Militärmärsche fasste Ralph Williams eine Reihe gängiger Folksongs in eine variantenreiche mehrteilige Suite. Oft erklang ein Thema voll Wärme im tiefen Blech, ergänzt und erheitert durch liebenswerte Ausschmückung mit Flöten und Klarinetten. Auch ein zartes Oboensolo sorgte für musikalische Farbenpracht.
„Ein Held, ein Bösewicht und ein bißchen Romantik gehören zu einer guten Geschichte“ meinte die Moderatorin. Musikalisch setzten Binzwangens Musiker dies um in schillernden „Selections from Starlight Express.“ Hier konnten die Besucher die Instrumentenvielfalt der Kapelle mit ihren ganz speziellen Klangfarben eindrucksvoll erleben. Gekonnte Solis, straffer Rhythmus und klare Registerklänge vereinten sich zu einem hörenswerten Gesamtklang.
Mit sattem Ton und vielen rasant virtuosen Passagen im Bereich von vier Oktaven Tonumfang verlieh Andreas Just als Solist an der Tuba Mario Bürkis „Latin Tuba“ ein klangvolles umjubeltes Profil. Man konnte nur staunen, wie er durch viele äußerst bewegliche, oft ungemein lange Einheiten seinem Instrument selten gehörte Tonsequenzen entlockte. Die Kapelle begleitete den Solisten partnerschaftlich dezent.
Mit der beschwingten, unterhaltsamen Melodienvielfalt in „Lord of the Dance“ in Erinnerung an eine irische Volkstanzgruppe endete das in allen Bereichen hörenswerte Konzert der Binzwanger Musikerschar. Langanhaltender Applaus und Bravo-Rufe wurden mit einem flotten Konzertmarsch und einem schalkhaften Sonntagsspaziergang beantwortet.

(Quelle: Schwäbische Zeitung, Autor: Kurt Zieger, Datum: 09.03.2020)